Meine ersten 100 Tage bei Mazars...

Erfahrungsberichte aus der Steuerbranche
Ieman Sadeghi Nami, Assistent, Mazars, Hamburg.
Ieman Sadeghi Nami, Assistent, Mazars, Hamburg.

Leman Sadeghi Nami arbeitet seit April 2022 als Assistent bei Mazars in Hamburg. Was den 35-jährigen Betriebswirt zu seiner Arbeitgeberwahl bewogen hat, was er bei Mazars besonders schätzt und welche beruflichen Ziele er verwirklichen will, erzählt er im folgenden Interview.

TaxTalents: Leman, Du bist von einer kleineren Hamburger Kanzlei zu Mazars gegangen - wie war Dein ursprüngliches Arbeitsumfeld und warum hast Du gewechselt?

Nach meinem BWL-Studium konnte ich bei meinem ersten Arbeitgeber von Beginn an selbstständig arbeiten und durfte eigene Mandate übernehmen. Ich bin vom Typ her jemand, der gern ins kalte Wasser geworfen wird, von daher war das ideal für mich. Die gesamte Organisation änderte sich allerdings grundlegend, als der Eigentümer 2020 beschloss, in die Politik zu gehen und seine Kanzlei zu verkaufen.

Die neuen Inhaber verkörperten eine andere Kultur: Der New Work Gedanke fand hier keinen Platz und die Branchenschwerpunkte wichen von meinen eigenen Interessen ab. Das war unter anderem ausschlaggebend, dass ich mir einen neuen Arbeitgeber suchen würde. Da ich gerade mitten in den Vorbereitungen für das Steuerberaterexamen steckte, blieb ich aber noch eine gewisse Zeit.

TaxTalents: Der Absprung gelang Dir dann mit Mazars, wo Du seit April 2022 beschäftigt bist. Wie hast Du den Job gefunden?

Ich kannte Mazars als Unternehmen schon einige Zeit - umso mehr habe ich mich gefreut, als mich eine Recruiterin auf XING kontaktierte und mich zu einem Interview einlud.

TaxTalents: Was hat Dich von Mazars überzeugt?

Einer meiner Beweggründe war, dass ich mich mit der Bearbeitung komplexerer und größerer Mandate einer neuen Herausforderung stellen wollte. In der alten Kanzlei betreuten wir hauptsächlich Freiberufler*innen und kleinere Firmen. Auch waren Homeoffice und papierloses Arbeiten für mich wichtig, aber bei meinem vorherigen Arbeitgeber nicht möglich.

TaxTalents: Gilt das generell, das hohe Maß an Freiheit im Hinblick auf die eigene Arbeitsorganisation?

Ja, Mazars bietet den Mitarbeiter*innen viel Flexibilität. Wenn nicht gerade wichtige Präsenztermine anfallen, ist die Arbeit von zuhause kein Problem.

TaxTalents: Was ist Dir sonst bisher noch besonders aufgefallen?

Positiv ist vor allem die Open Door Policy - ich habe zu allen Themen einen Ansprechpartnerin, gleichzeitig kann ich sehr selbstständig arbeiten. Von Tag eins an bin ich in spannende Mandate eingebunden und habe so bereits viel Verantwortung übernommen. Außerdem kann man aktiv an bereichsübergreifenden Projekten zum Beispiel zum Thema Nachhaltigkeit mitwirken und sich durch Workshops und Seminare weiterentwickeln.

TaxTalents: Was erwartest Du Dir nach der Probezeit? Einen Bonus oder andere Benefits?

Mazars bietet allen Mitarbeitenden zahlreiche Benefits von Anfang an. Besonders spannend ist für mich die Förderung meiner Berufsexamina: Wenn ich mehr arbeite, kann ich die Zeit in einem Überstundenkonto erfassen und später in freie Zeit umwandeln - das ist für die Examensvorbereitung besonders wertvoll. Zudem werden die Examina bezuschusst.

Nachdem ich 2020 im ersten Anlauf nicht bestanden habe, bestärkt mich Mazars, die Prüfung noch einmal anzugehen.

TaxTalents: Was sind deine Ziele nach dem Examen?

Nach erfolgreicher Absolvierung des Examens steige ich als Manager auf und kann Personalverantwortung übernehmen. Wahrscheinlich werde ich weiterhin ausländische Mandant*innen beraten, die in Deutschland Tochtergesellschaften unterhalten und mit dem deutschen Steuerrecht nicht vertraut sind. Hier merke ich immer wieder, wie dankbar sie sind, wenn sie jemand durch den bürokratischen Dschungel führt. Diesbezüglich schätze ich die internationale Ausrichtung von Mazars sehr. Dennoch stehe ich zukünftig auch weiteren Beratungsgebieten offen gegenüber.

TaxTalents: Noch ein Wort zu Deinem Privatleben - was tust Du da gern?

Ich koche oft und leidenschaftlich iranisch, traditionell wie meine Eltern. Für die persische Küche bedarf es viel Zeit - was Geschmack und Gewürze angeht - und die nehme ich mir gern. Aber Essen bedeutet für mich nicht nur satt werden, sondern hat auch einen meditativen Aspekt, Zeit zum Entspannen.

TaxTalents: Gutes Stichwort: Wohin geht es in den Urlaub, nach der Probezeit?

Vielleicht geht es nach Griechenland.

TaxTalents: Gibt es einen Rat, den Du anderen Berufsein- und Umsteiger*innen geben möchtest?

Traut Euch, Fragen zu stellen! Man kann alles lernen, und in den allermeisten Fällen findet man offene Türen für sein Anliegen. Ich glaube, dass viele nicht weiterkommen, weil sie sich scheuen, Fragen zu stellen - doch das ist falsch, denn nur wer Fragen stellt, erweitert seinen Horizont und gibt sich die Chance zu wachsen.

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