Workation als Steuerberater: Traum oder schon Realität?

Kann ich als Steuerberater Workation machen?
Junge Frau mit Brille und Sommertop sitze am Laptop direkt am Strand unter Palmen

Arbeiten unter Palmen, Laptop auf dem Rooftop, Buchhaltung mit Blick aufs Meer – klingt das nach Steuerberatung oder digitalem Nomadentum? Die Steuerbranche gilt oft als konservativ – doch auch hier wandelt sich die Arbeitswelt. Themen wie Remote Work und Workation gewinnen an Bedeutung. Aber ist eine Workation im steuerberatenden Beruf überhaupt machbar?

Was ist überhaupt eine Workation?

Der Begriff „Workation“ setzt sich aus Work + Vacation zusammen. Gemeint ist: Man arbeitet ortsunabhängig an einem Ort, an dem andere Urlaub machen. Oft für einige Wochen, teils auch länger. Im Unterschied zum Remote Work aus der eigenen Wohnung soll die Workation bewusst Tapetenwechsel, Kreativität und Regeneration fördern.

Ist Workation in der Steuerberatung möglich?

Kurz: Ja – aber nicht überall und nicht für jede Rolle.

Was dafür spricht:

  • Digitalisierung: Viele Kanzleien arbeiten heute cloudbasiert (z. B. über DATEV Unternehmen online, Addison, Lexoffice etc.)
  • Remote-Tools: Videokonferenzen, Mandantenportale, digitale Signaturen – vieles ist ortsunabhängig machbar
  • Fachkräftemangel: Immer mehr Kanzleien öffnen sich, um attraktiv für junge Talente zu bleiben

Aber es gibt Einschränkungen:

  • Datenschutz: Arbeiten im Ausland kann datenschutzrechtlich heikel sein, besonders bei sensiblen Mandantendaten
  • Zeitzonen: Wer in Asien arbeitet, während das Team in Deutschland tagt, muss flexibel sein
  • Abhängigkeit von Fristen: Lohnabrechnung, Umsatzsteuer-Voranmeldungen & Co. dulden keine Verzögerung
  • Zulassungspflichten: Steuerberater:innen unterliegen bestimmten Aufbewahrungs-, Verschwiegenheits- und Standesregeln

Wo Workation realistisch ist

1. In digitalen Kanzleien

Einige Kanzleien (z. B. Kontist Tax, fintus, Zasta, Felix1) ermöglichen ihren Mitarbeitenden Workation explizit – teils für mehrere Wochen pro Jahr. Voraussetzung ist meist: selbstständiges Arbeiten, verschlüsselter Zugang, klare Kommunikation.

2. In Inhouse-Tax-Teams

Große Unternehmen erlauben steuerlichen Mitarbeitenden teilweise Remote Work aus dem EU-Ausland – oft projektbezogen. Wer z. B. in einer Inhouse-Tax- oder Compliance-Abteilung arbeitet, hat mitunter mehr Freiheiten als in einer kleinen Kanzlei.

3. Bei Selbstständigkeit oder im Freelance-Modell

Wer als freiberuflicher Steuerberater, Bilanzbuchhalter oder Lohnprofi unterwegs ist, kann sich sein Modell selbst gestalten – muss aber technisch, rechtlich und organisatorisch top aufgestellt sein.

Tipps für eine gelungene Workation in der Steuerwelt

  • Rechtlich checken: Ist Workation laut Arbeitsvertrag erlaubt? Was sagt die Kanzleileitung?
  • Technik vorbereiten: VPN-Zugang, DSGVO-konformes Arbeiten, Backup-Systeme
  • Zeiten abstimmen: Wann bist du erreichbar? Welche Fristen laufen?
  • Team einbinden: Offene Kommunikation ist entscheidend für Vertrauen
  • Klein anfangen: Erstmal 1 Woche im EU-Ausland – dann langsam steigern

Wann Workation (noch) nicht funktioniert

  • In Prüfungsphasen, Monatsabschlüssen oder bei starkem Mandantenkontakt
  • Wenn IT-Infrastruktur oder Sicherheitsvorgaben fehlen
  • In Kanzleien mit klassischem Präsenzverständnis oder ohne Remote-Kultur

Fazit: Steuerwelt im Wandel – aber mit Augenmaß

Workation ist kein reiner Urlaub – aber ein sinnvolles Modell für fokussiertes, ortsunabhängiges Arbeiten. Besonders für junge Steuerprofis, digitale Kanzleien und moderne Unternehmen bietet sich hier eine Chance für mehr Flexibilität, Motivation und Lebensqualität.

Noch ist es nicht überall gelebter Standard – aber: Wer fragt, vorbereitet ist und Verantwortung übernimmt, hat gute Chancen.

Du bist auch an Jobs interessiert, die eine Workation ermöglichen? Schaue doch gerne einmal in unserer Jöbbörse vorbei, vielleicht ist der passende Beruf für dich dabei, der das ermöglicht.

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