Geldwäsche-Meldepflicht: Was Steuerfachangestellte wissen sollten

Steuerwissen: Kurz und Kompakt
Geldwäsche Meldepflicht

Steuerberater sind verpflichtet, Verdachtsfälle auf Geldwäsche an die Financial Intelligence Unit (FIU) zu melden. Allerdings gibt es Ausnahmen. Ein neues Merkblatt der Steuerberaterkammern schafft hier Klarheit.


Das Merkblatt enthält Listen mit meldepflichtigen und nicht meldepflichtigen Tätigkeiten.

Wann besteht die Meldepflicht?

Grundsätzlich müssen Steuerberater geldwäscherechtlich relevante Sachverhalte in Bezug auf ihre Mandanten melden. Eine Ausnahme gilt jedoch, wenn die Informationen im Rahmen der Rechts- oder Steuerberatung oder einer Prozessvertretung erlangt wurden. Dieses sogenannte "Meldeprivileg" greift auch während der Mandatsanbahnung.

Abgrenzung: Steuerberatung vs. Buchführung

Nicht alle Tätigkeiten eines Steuerberaters fallen unter das Meldeprivileg. Vor allem einfache kaufmännische Hilfsleistungen wie reine Buchführung sind weiterhin meldepflichtig. Die Abgrenzung zwischen Beratung und Buchführung ist in der Praxis oft schwierig.

Ein wichtiger Anhaltspunkt: Tätigkeiten, die eine notwendige Grundlage für eine ordnungsgemäße Rechts- oder Steuerberatung bilden, gelten nicht als reine Buchführung. Vielmehr sind sie als beratungsnahe Tätigkeiten anzusehen und können damit von der Meldepflicht ausgenommen sein.

Praktischer Tipp: Steuerberater können sich folgende Frage stellen: Könnte auch ein Beruf ohne rechtliche Beratungskompetenz diese Tätigkeit ausführen?

  • Wenn ja, handelt es sich um eine kaufmännische Hilfsleistung (meldepflichtig).
  • Wenn nein, ist die Tätigkeit wahrscheinlich beratungsnah und fällt unter das Meldeprivileg.

Das neue Merkblatt der BStBK bietet eine wertvolle Orientierungshilfe, um Unsicherheiten in der Praxis zu vermeiden. Steuerberater und deren Mitarbeiter sollten sich regelmäßig über aktuelle Regelungen informieren, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein.

Schulen Sie Ihre Mitarbeitenden zu der Compliance beim Thema Geldwäsche

Eine Schulung bereitet Ihre Mitarbeitenden umfassend darauf vor, diese zentralen Ziele zu erreichen:

  • Rechtskonformität sicherstellen: Kenntnis aller gesetzlichen Anforderungen zur Einhaltung der Geldwäscheprävention.
  • Geldwäsche erkennen und verhindern: Schulung zur Identifikation verdächtiger Aktivitäten und Transaktionen.
  • Risikobewusstsein erhöhen: Sensibilisierung für Geldwäsche-Risiken und Indikatoren.
  • Schutz vor rechtlichen und finanziellen Konsequenzen: Aufklärung über die Folgen von Geldwäsche und die Bedeutung der Prävention.
  • Unternehmensintegrität stärken: Förderung einer Kultur der Transparenz und Integrität zum Schutz des Unternehmens.

Auch interessant

Das Mandatsgeheimnis im KI-Zeitalter – rechtliche Dos und Dont's

Das Mandatsgeheimnis im KI-Zeitalter – rechtliche Dos und Dont's

Der KI-Hype ist groß und er verspricht vielfältige Erleichterungen im Arbeitsalltag. Doch gerade Rechtsanwalts- und Steuerkanzleien können hier nicht unbeschwert loslegen. Denn wo Mandantendaten, Verschwiegenheitspflichten, DSGVO, Berufsrecht und § 203 StGB ins Spiel kommen, braucht es klare Einordnungen und Spielregeln.

Mehr lesen
kleiner Roboter mit Lupe auf dem Tisch

Vom Chatbot zum digitalen Teammitglied

Künstliche Intelligenz gehört längst zum Alltag in vielen Steuerkanzleien. Doch während Chatbots vor allem auf einzelne Fragen reagieren, können KI-Agenten künftig deutlich mehr leisten: Sie verbinden Informationen, bearbeiten wiederkehrende Aufgaben entlang fester Regeln und unterstützen ganze Prozessketten.

Mehr lesen
Steuerkarriere:  Auch die Juristerei führt zum Ziel

Steuerkarriere: Auch die Juristerei führt zum Ziel

Wer im Steuerfach Karriere machen möchte, hat dazu verschiedene Einstiegsmöglichkeiten. Nicht nur die klassischen Wege über Betriebswirtschaftsstudium oder langjährige Berufspraxis stehen offen, sondern auch die Rechtswissenschaften können eine interessante Alternative bieten.

Mehr lesen
Karriere ohne Kanzleiwechsel: Wie du dich in deiner Steuerkanzlei weiterentwickelst

Karriere ohne Kanzleiwechsel: Wie du dich in deiner Steuerkanzlei weiterentwickelst

Viele glauben, dass der nächste Karriereschritt mit einem neuen Arbeitgeber verbunden ist. Das stimmt allerdings nur bedingt. Gerade Kanzleien bieten häufig deutlich mehr Entwicklungsmöglichkeiten, als auf den ersten Blick sichtbar ist. Wer langfristig in einer Kanzlei bleibt, kann sich dort Schritt für Schritt eine starke Position aufbauen.

Mehr lesen
Die größten Fehler im ersten Jahr in der Steuerberatung und wie du sie vermeidest

Die größten Fehler im ersten Jahr in der Steuerberatung und wie du sie vermeidest

Der Einstieg in die Steuerberatung ist für viele ein echter Reality-Check. Nach Ausbildung oder Studium beginnt ein Job, der fachlich anspruchsvoll ist und gleichzeitig ein hohes Maß an Genauigkeit verlangt. Viele starten motiviert, strukturiert und mit dem Anspruch, alles richtig zu machen. Und genau darin liegt oft das erste Problem.

Mehr lesen