
Welche gesetzlichen Vorgaben gibt es für Gehaltsangaben in Stellenanzeigen und wie profitieren Unternehmen davon? Erfahren Sie die Vor- und Nachteile für Bewerber und Unternehmen und erhalten Sie wertvolle Tipps zur Gehaltsangabe in Jobinseraten!
Warum spricht aus der Sicht von Bewerbern einiges dafür, dass sich dies ändert? Und wie können Unternehmen davon profitieren, wenn sie in Zukunft konkretere Angaben zu den Gehaltsaussichten in Stellenangeboten machen? Hier sind die wichtigsten Fakten für dich.
Anders als unsere südlichen Nachbarn - namentlich Österreich - gibt es bisher keine verbindlichen Regelungen in Deutschland.
ABER: Ab dem 7. Juni 2026 sind Unternehmen und Steuerkanzleien laut der EU-Entgelttransparenzrichtlinie (Richtlinie (EU) 2023/970) verpflichtet, in ihren veröffentlichten Stellenanzeigen das voraussichtliche Gehalt oder eine Gehaltsspanne anzugeben. Mitarbeitende haben damit künftig Anspruch auf mehr Transparenz bei der Vergütung. Zusätzlich müssen Steuerkanzleien offenlegen, nach welchen Kriterien Gehälter festgelegt werden und welche Gründe diesen Entscheidungen zugrunde liegen.
Der relevante Gesetzestext ist die oben verlinkte Richtlinie (EU) 2023/970 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. Mai 2023 zur Stärkung der Anwendung des Grundsatzes des gleichen Entgelts für Männer und Frauen für gleiche oder gleichwertige Arbeit durch Entgelttransparenz und Durchsetzungsmechanismen. Die Verpflichtung zur Gehaltsangabe findet sich insbesondere in Artikel 5 der Richtlinie.
Viele Bewerberwünschen sich Klarheit in Bezug auf die Gehaltstransparenz in Stellenanzeigen. Dies ergab eine Studie von Softgarden unter 2.000 Arbeitnehmer:innen in Deutschland. Die häufigste Antwort auf die Frage, was in Stellenanzeigen fehlt, war eine konkrete Gehaltsangabe. Auf die Frage, was berufserfahrene Arbeitnehmer:innen zu einem Wechsel des Arbeitgebers bringen könnte, war das Gehalt Hauptgrund.
Bewerber:innen könnten Schwierigkeiten haben, Gehaltsinformationen richtig einzuschätzen. Handelt es sich um ein Mindestgehalt? Wie viel Spielraum gibt es nach oben? Ihre eigene Gehaltsvorstellung könnte dadurch negativ beeinflusst werden.
Von Bewerber:innen wird oft erwartet, dass sie eine Gehaltsvorstellung angeben, während Unternehmen sich bedeckt halten. Dies führt zu einem Ungleichgewicht - das Unternehmen hat einen Informationsvorsprung. Aus Sicht der Arbeitnehmer:innen sprechen daher mehrere Gründe für Gehaltsangaben in Stellenanzeigen:
Auch Unternehmen können von mehr Transparenz bei Gehaltsangaben in Stellenanzeigen profitieren:
Die Diskussion um die Angabe von Gehältern in Stellenanzeigen ist komplex und bedarf einer gründlichen Abwägung der Vor- und Nachteile. In Anbetracht der sich verändernden Arbeitswelt, in der Bewerber:innen zunehmend die Wahl haben und Transparenz erwarten, gewinnt das Thema an Bedeutung.
Insgesamt ist es wichtig, dass Unternehmen und Bewerber die Vor- und Nachteile von Gehaltsangaben in Stellenanzeigen sorgfältig abwägen und individuell entscheiden, welche Vorgehensweise am besten zu ihren Bedürfnissen und Zielen passt. Angesichts der wachsenden Erwartungen der Bewerber:innen an Transparenz und Auswahlmöglichkeiten gewinnt jedoch die Bereitstellung von Gehaltsinformationen in Stellenanzeigen zunehmend an Bedeutung und wird mittelfristig unerlässlich.

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