Rechtliche Fallstricke beim KI-Einsatz in der Steuerkanzlei

Was du zu Berufsrecht, Datenschutz und Haftung unbedingt wissen solltest
Rechtliche Fallstricke beim KI-Einsatz in der Steuerkanzlei

KI ist in der Steuerberatung erlaubt – aber nur innerhalb klarer rechtlicher Grenzen. Dieser Beitrag erklärt dir in einfacher Sprache, welche Vorgaben aus Berufsrecht, DSGVO und EU-KI-Recht für deinen Alltag relevant sind.

1. Berufsrecht und Verschwiegenheit

Steuerberater unterliegen strenger Verschwiegenheit und tragen die Verantwortung für alles, was mit Mandatsdaten passiert. Vertrauliche Informationen dürfen nur an KI-Dienstleister übermittelt werden, die rechtlich zur Geheimhaltung verpflichtet sind.

Bei öffentlichen KI-Diensten ohne solche Vereinbarungen dürfen daher keine personenbezogenen oder mandatsbezogenen Daten eingegeben werden. Ohne Einwilligung des Mandanten müssen Daten anonymisiert oder pseudonymisiert werden.

2. Datenschutz: DSGVO im KI-Kontext

Sobald KI personenbezogene Daten verarbeitet, gelten alle DSGVO-Pflichten: Rechtsgrundlage, Auftragsverarbeitung, technische und organisatorische Maßnahmen, Löschkonzepte und ggf. Drittlandtransfers. Oft ist zusätzlich eine Datenschutz-Folgenabschätzung nötig, wenn viele oder besonders sensible Daten verarbeitet werden.

Für dich heißt das: Nutze nur freigegebene Tools, halte dich an die internen Vorgaben und frage bei Unsicherheit lieber den Datenschutzbeauftragten.

3. Haftung, Berufspflichten und EU AI Act

KI-Tools entbinden niemanden von der beruflichen Verantwortung – fachliche Entscheidungen müssen immer menschlich geprüft werden. Berufspflichten wie Eigenverantwortlichkeit, Gewissenhaftigkeit, Unabhängigkeit, Verschwiegenheit und Fortbildungspflicht gelten unverändert.

Der EU AI Act bringt zusätzliche Transparenz- und Kompetenzanforderungen, etwa zur KI-Kenntnis des Personals und zur Kennzeichnung bestimmter KI-Inhalte. Für dich als Mitarbeitende bedeutet das: Du wirst künftig noch stärker in strukturierte, dokumentierte KI-Prozesse eingebunden sein.

4. Fazit

Rechtssicherer KI-Einsatz heißt: Mandantendaten schützen, Ergebnisse fachlich prüfen und interne Regeln ernst nehmen. Wenn du diese Basics beherrschst, nutzt du KI souverän – und bleibst gleichzeitig auf der sicheren Seite von Berufsrecht und Datenschutz.

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