Gehaltserhöhung aufgrund von Inflation – was dir zusteht

Der Inflation mit mehr Gehalt entgegensteuern
Frau nachdenklich über die Auswirkungen von Inflation

Die Inflation in Deutschland liegt aktuell bei rund 2 % – was bedeutet das für dein Gehalt? Erfahre, ob dir eine Gehaltserhöhung zusteht und wie du eine überzeugende Gehaltsverhandlung führen kannst – mit konkreten Tipps und aktuellen Daten zur Preisentwicklung.

Die Inflation ist aktuell eines der wichtigsten wirtschaftlichen Themen und betrifft nahezu alle Branchen. Sie führt dazu, dass die Lebenshaltungskosten steigen, während die Einkommen oft nur langsam angepasst werden.

Das Statistische Bundesamt und die Bundesregierung prognostizieren für 2025 eine Inflation von etwa 2,0 % und für 2026 nur einen leichten Rückgang auf 1,9 %. Angesichts dieser Entwicklung stellt sich für viele Arbeitnehmer die Frage: Habe ich Anspruch auf eine Gehaltserhöhung bei Inflation?

Quelle: Statistisches Bundesamt

1. Anspruch auf Gehaltserhöhung bei Inflation: Was das Gesetz sagt

Zunächst einmal ist klar: Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch auf eine Gehaltserhöhung allein aufgrund steigender Inflation. Das bedeutet, dass Arbeitgeber nicht verpflichtet sind, die Kaufkraftverluste automatisch auszugleichen.

  • Gehaltserhöhungen sind freiwillig: Arbeitgeber können eine Anpassung des Gehalts gewähren, müssen dies aber nicht tun.
  • Inflationsausgleichsprämie: Früher gab es die zeitlich befristete Inflationsausgleichsprämie, die jedoch Ende 2024 auslief. Auch diese war freiwillig und nicht Teil des regulären Gehalts.
  • Tarifverträge und öffentlicher Dienst: In einigen Branchen oder im öffentlichen Dienst können durch Tarifverträge Lohnsteigerungen vereinbart werden. Diese können auch einen Inflationsausgleich enthalten, sind jedoch kollektiv geregelt und nicht individuell einklagbar.

Fazit: Rechtlich bist du also nicht automatisch abgesichert. Eine Gehaltserhöhung muss immer individuell vereinbart werden.

2. Gehaltserhöhung wegen Inflation fordern: So gehst du vor

Auch wenn du keinen rechtlichen Anspruch hast, kannst du die Inflation als Verhandlungsargument in einer Gehaltsverhandlung nutzen. Entscheidend ist, dies geschickt und strategisch zu tun.

Priorität: Leistung und Beitrag zum Unternehmen

Arbeitgeber reagieren in der Regel am besten auf nachvollziehbare Argumente, die deinen Wert für das Unternehmen zeigen. Das bedeutet:

  • Projekterfolge hervorheben: Zeige, welche Projekte du erfolgreich abgeschlossen hast.
  • Einsparungen oder Effizienzsteigerungen aufzeigen: Wenn du Kosten reduziert oder Prozesse verbessert hast, ist das ein starkes Argument.
  • Verantwortungsübernahme betonen: Neue Aufgaben oder leitende Verantwortung sollten ebenfalls erwähnt werden.

Inflation als ergänzendes Argument

Inflation kann das Gespräch unterstützen, sollte aber nicht der Hauptgrund für eine Gehaltserhöhung sein.

  • Formuliere sachlich, dass die Kaufkraft sinkt.
  • Zeige Verständnis dafür, dass auch das Unternehmen unter Kostendruck steht.
  • Nenne konkrete Zahlen: Wenn dein Gehalt 2024 nur um 2 % gestiegen ist, die Inflation aber bei 3 % lag, hast du real Kaufkraft verloren.

Marktorientierte Vergleichswerte nutzen

Branchenübliche Gehaltssteigerungen sind ein weiteres starkes Argument:

  • Laut aktuellen Prognosen können Arbeitnehmer in einigen Branchen 2025 mit durchschnittlich 3,8 % Gehaltssteigerung rechnen.
  • Nutze solche Benchmark-Zahlen, um zu zeigen, dass dein Gehalt im Vergleich zum Markt nicht hinterherhinkt.

Timing und Gesprächsstrategie

  • Frühzeitig planen: Gehaltsgespräche sollten mindestens ein paar Wochen vorbereitet werden.
  • Gesprächsanfrage professionell formulieren: Ein kurzes, sachliches Schreiben an den Vorgesetzten ist sinnvoll.
  • Verhandlung positiv gestalten: Ziel ist ein konstruktives Gespräch, kein Konflikt.

3. Praktische Tipps für die Gehaltsverhandlung

Damit du bestmöglich auf die Gehaltsverhandlung vorbereitet bist, haben wir einige praxisnahe Tipps zusammengestellt:

  1. Dokumentiere deine Leistungen: Sammle konkrete Beispiele für Projekte, Erfolge und Beiträge zum Unternehmen.
  2. Analysiere den Markt: Vergleiche dein Gehalt mit branchenüblichen Zahlen. Online-Gehaltsportale oder Berichte von Gewerkschaften helfen dabei.
  3. Berechne deine Kaufkraft: Zeige auf, wie Inflation deine reale Kaufkraft beeinflusst hat.
  4. Übe dein Gespräch: Bereite Argumente und Formulierungen vor, um sicher aufzutreten.
  5. Flexibilität zeigen: Sei bereit, über alternative Leistungen zu sprechen, z. B. Bonuszahlungen, Weiterbildungsmöglichkeiten oder zusätzliche Urlaubstage.

4. Inflation und Gehalt: Realistische Erwartungen setzen

Es ist wichtig, realistisch zu bleiben. Nicht immer ist eine sofortige Gehaltserhöhung in voller Höhe der Inflationsrate möglich. Viele Unternehmen stehen selbst unter Kostendruck, sodass ein kompletter Ausgleich der Inflation nicht immer umsetzbar ist.

Alternative Möglichkeiten:

  • Bonuszahlungen: Ein einmaliger Inflationsbonus kann die Kaufkraft kurzfristig stabilisieren.
  • Zusatzleistungen: Jobticket, Homeoffice oder Weiterbildungsangebote können den Wert des Gesamtpakets erhöhen.
  • Langfristige Perspektive: Plane Gehaltssteigerungen über mehrere Jahre, um die Inflation auszugleichen.

5. Fazit: So gehst du strategisch vor

Zusammenfassend lässt sich sagen:

  • Kein gesetzlicher Anspruch: Eine Gehaltserhöhung wegen Inflation ist rechtlich nicht garantiert.
  • Verhandlungsstrategie: Nutze Inflation als ergänzendes Argument, setze aber den Fokus auf deine Leistungen und Erfolge.
  • Marktvergleich nutzen: Branchenübliche Gehaltssteigerungen können helfen, dein Anliegen zu untermauern.
  • Alternative Benefits prüfen: Neben Gehalt gibt es weitere Möglichkeiten, die Kaufkraft zu stabilisieren.

Mit der richtigen Vorbereitung und Argumentation kannst du das Thema Inflation geschickt in die Gehaltsverhandlung einbringen – und deine Chancen auf eine angemessene Gehaltserhöhung deutlich erhöhen.

6. Langfristige Strategie gegen Inflation: Finanzplanung und Weiterbildung

Neben Gehaltsverhandlungen kann es sinnvoll sein, langfristig auf Finanzplanung und persönliche Weiterbildung zu setzen, um die Auswirkungen der Inflation abzumildern. Steigende Preise betreffen nicht nur Lebensmittel oder Energie, sondern auch langfristige Kosten wie Miete, Versicherungen oder Altersvorsorge.

Wer frühzeitig plant, kann Kaufkraftverluste besser ausgleichen. Dazu gehört beispielsweise ein monatliches Budget, das realistisch die Inflation berücksichtigt, sowie das Anlegen von Rücklagen für unerwartete Kosten. Zusätzlich kann eine gezielte Weiterbildung den eigenen Marktwert steigern. Wer neue Fähigkeiten erwirbt, die für das Unternehmen oder die Branche relevant sind, erhöht seine Chancen auf höhere Gehaltsstufen oder attraktive Positionen auf dem Arbeitsmarkt.

Zertifikate, Seminare oder Online-Kurse in gefragten Bereichen wie Digitalisierung, Projektmanagement oder Fachwissen in der eigenen Branche können langfristig den finanziellen Spielraum vergrößern. Auch der Ausbau von Soft Skills wie Führungskompetenz oder Kommunikation kann den Wert im Unternehmen erhöhen und indirekt zu besseren Gehaltsverhandlungen beitragen.

7. Fazit

Falls eine Gehaltserhöhung trotz sorgfältiger Vorbereitung unrealistisch erscheint, kann ein Jobwechsel eine Alternative sein. Viele Arbeitgeber bieten marktgerechte Gehälter, flexible Arbeitszeiten und zusätzliche Benefits, die deine finanzielle Situation verbessern.

Schau in unsere Jobbörse und finde eine Position, die zu deinen Vorstellungen passt – oft lohnt es sich, die eigene Karriere proaktiv zu gestalten.

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