
Talent zählt, harte Arbeit auch – doch wie viel Anteil hat Glück am Erfolg? Dieser Beitrag zeigt, warum Zufall im Wettbewerb eine echte Größe ist und wie Kanzleien durch Spezialisierung, Positionierung und digitale Strategien ihre Erfolgswahrscheinlichkeit aktiv erhöhen.
In der Steuerberatung zählen Fachwissen, Einsatz und Qualität – keine Frage. Aber was, wenn auch Glück eine relevante Rolle spielt? Wenn der Erfolg nicht nur Ergebnis strategischer Planung, sondern auch günstiger Zufälle ist? Dieser Gedanke mag unbequem wirken, ist aber für zukunftsorientierte Kanzleien ein wichtiger strategischer Impuls.
„Glück“ wird oft mit Zufriedenheit oder Wohlbefinden assoziiert. Im unternehmerischen Kontext geht es aber meist um „Zufall“ – das Unerwartete, nicht Planbare. Während Glück subjektiv wahrgenommen wird, beschreibt Zufall objektive Ereignisse ohne erkennbare Ursache. Beides kann aber Einfluss auf wirtschaftlichen Erfolg haben – oft unterschätzt.
Unvorhersehbare Faktoren wie Marktveränderungen, neue Wettbewerber oder zufällige Begegnungen können entscheidend für Kanzleien sein. Selbst mit hoher Fachkompetenz und strategischer Ausrichtung kann ein einzelnes Ereignis (z. B. ein spontaner Kundenkontakt oder eine neue Gesetzeslage) den Ausschlag geben.
Ein Beispiel aus der Forschung: In Märkten, in denen „the winner takes it all“ gilt (z. B. durch Plattformeffekte oder digitale Alleinstellungsmerkmale), kann selbst ein minimaler Vorteil – oder ein Glücksmoment – den Unterschied machen.
Ein statistischer Blick zeigt: In großen Wettbewerbsfeldern wird die Differenz zwischen Top-Leistungen immer kleiner. Und dort, wo viele ähnlich talentierte Anbieter agieren, rückt Zufall als Entscheidungsfaktor stärker in den Vordergrund. Strategisch heißt das: Es geht weniger darum, besser zu sein als alle anderen – sondern, sichtbar zu sein, wo es zählt.
Weniger Konkurrenz = geringerer Zufallseinfluss. Kanzleien, die sich auf bestimmte Branchen, Berufsgruppen oder Themen (z. B. E-Commerce, Heilberufe oder internationales Steuerrecht) fokussieren, schaffen ein Alleinstellungsmerkmal. Sie reduzieren die Zahl direkter Wettbewerber – und damit die Rolle des Zufalls.
Cloud-Services, papierlose Prozesse, Mandantenportale oder digitale Tools bieten Chancen, sich von anderen Kanzleien abzusetzen – auch überregional. Online-Beratung erweitert das Einzugsgebiet und macht Spezialisierungen über Landesgrenzen hinweg nutzbar.
Mehr Angebote bedeuten mehr Gelegenheiten für Erfolg. Auch wenn nicht jedes Angebot angenommen wird – wer konsequent sichtbar bleibt, gibt dem Zufall Raum, positiv zu wirken. Es ist die Rowling-Strategie: Viele Anfragen erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines Treffers.
Große Kanzleien investieren bereits in KI-gestützte Tools. Kleinere Einheiten können diese Entwicklungen beobachten und rechtzeitig passende Lösungen für ihre Größe adaptieren. Wer früh in digitale Effizienz investiert, schafft sich auch unter schwierigen Bedingungen Wettbewerbsvorteile.
Auch im digitalen Markt gilt: Wer seine USP kennt – etwa absolute Erreichbarkeit, Expertenwissen in Spezialthemen oder transparente Mandantenkommunikation – kann sich auch in Nischen erfolgreich behaupten. Und dort zählt wieder: weniger Konkurrenz, mehr Kontrolle über das eigene Glück.
Talent und harte Arbeit bleiben die Basis des Erfolgs. Aber in einer komplexen, digitalen und wettbewerbsintensiven Welt ist es klug, auch mit Zufall zu rechnen – und das eigene Glück ein Stück weit planbar zu machen. Für Steuerkanzleien heißt das: Positionieren. Digitalisieren. Spezialwissen ausbauen. Präsenz zeigen. Denn: Der Erfolg kommt zu denen, die vorbereitet sind – auch auf das Unerwartete.
Um eine Ausbildung zur/zum Steuerfachangestellten zu starten, brauchst du keinen fest vorgeschriebenen Schulabschluss – in der Praxis werden aber häufig ein mittlerer Abschluss oder Abitur erwartet. Genauso wichtig sind persönliche Eigenschaften wie Sorgfalt, Durchhaltevermögen und Freude am Umgang mit Menschen.
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