Wie Quereinsteiger:innen gegen den Fachkräftemangel helfen können

Quereinstieg in die Steuerbranche. Früher unmöglich, plötzlich wichtig?
Wie Quereinsteiger:innen gegen den Fachkräftemangel helfen können

Während der Fachkräftemangel weiterhin sein Unwesen treibt, sind viele Kanzleien in Eile auf der Suche nach Lösungen. Ein Quereinstieg in die Steuerbranche scheint eigentlich total unrealistisch, doch genau hier könnte eine mögliche Lösung für das große Problem liegen. Wir schauen uns die Möglichkeiten an.

Immer mehr Kanzleien geben an, in den nächsten Jahren an der Hürde des Fachkräftemangels zu scheitern. Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht, die hohe Durchfallquote - gerade bei der Steuerberaterprüfung - sorgt dafür, dass es nicht so viele Nachkömmlinge gibt. Unabhängig davon, dass immer weniger junge Menschen die Steuerbranche als erstrebenswert betrachten.

Quereinstieg in die Steuerbranche - aber wie?

Die Antwort ist ganz einfach: bewerben. Die Überzeugung erfolgt, wie in anderen Branchen, im Vorstellungsgespräch. Wichtig ist, dass ein grundlegendes technisches Verständnis durchaus bereits ausreichen kann, um viele Dinge intern zu lernen und sich in die Thematiken einzuarbeiten. Dazu gehören zum Beispiel:

  • digitale Belegverarbeitung
  • vorbereitende Buchhaltung
  • Kommunikation mit Mandant:innen
  • Fristenüberwachung

Dafür ist es nicht essenziell, ein Experte in Steuerrecht zu sein. Eine hohe Motivation und der Wille zu lernen, sind ausschlaggebend.

Einstiegsoptionen, Gehalt und das wichtige Know-How

Einstiegsoptionen

  • Teamassistenz / Kanzleiorganisation: Perfekt für Leute, die aus der Verwaltung, Büros oder Vertrieb kommen. Hier liegen übliche Aufgaben beim einfachen Kontakt mit Mandant:innen, der Prüfung von Unterlagen, dem Koordinieren von Fristen und der Bearbeitung von digitaler Post.
  • Vorbereitende Buchhaltung: Die ideale Arbeit für Zahlenmenschen. Zu den Tätigkeiten gehören die Kontrolle von Aufgaben, die Prüfung der Kassen und die Buchung der Bank.
  • Lohnvorbereitung: Viele aus HR (Human Resources) oder generell aus Personalabteilungen finden hier ihre Chance. Es wird gearbeitet mit den Arbeitszeiten des Personals, den Fehlzeiten und generell den Stammdaten.

Welches Gehalt ist üblich?

Das Einstiegsgehalt hängt weiterhin davon ab, welche Erfahrungen in den einzelnen Tätigkeitsfeldern vorliegen. Orientieren kann man sich hier an den üblichen Einstiegsgehältern nach einer Ausbildung (zum Beispiel als Steuerfachangestellte) in der Steuerbranche, wenn geeignete Berufserfahrung vorliegt und nicht bei 0 angefangen werden muss. Typisch ist also:

  • 1. Jahr: 2.300 - 2.700 € brutto monatlich
  • Nach 1. Jahr: 2.700 - 3.200 € brutto monatlich
  • Mit eigener Mandatsbetreuung: Über 3.200 € brutto monatlich

Ist der Quereinstieg für dich geeignet?

Gute Voraussetzungen hast du, wenn du:

  • strukturiert arbeitest
  • klare Aufgaben magst
  • langfristige Sicherheit suchst
  • eigenständig arbeitest

Was Kanzleien von Quereinsteiger:innen erwarten

In diesem Fall, wie wahrscheinlich sonst nie, kein Steuerwissen. Am wichtigsten ist eine hohe Zuverlässigkeit, grundlegende Genauigkeit und eine hohe Lernbereitschaft um sowohl kurz-, mittel- als auch langfristig ein wichtiger Baustein in der Kanzlei zu werden.

Die Steuerbranche gilt nicht mehr als geschlossener Berufszirkel, der Fachkräftemangel ermöglicht viel mehr Optionen - sowohl für Kanzleien und für Quereinsteiger:innen.

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