Teilzeit in Elternzeit – wie wirkt sich das auf das Gehalt aus?

Was bedeutet es finanziell, wenn ich während der Elternzeit in Teilzeit arbeite?
Junge Frau schließt die Haustür und verlässt das Haus. Sie lächelt dabei.

Teilzeit arbeiten während der Elternzeit? Das ist erlaubt – aber wie wirkt sich das auf dein Gehalt und Elterngeld aus? In diesem Artikel erfährst du, wie Teilzeitarbeit mit Elternzeit kombiniert werden kann, was rechtlich gilt und wie viel Netto dir wirklich bleibt. Inklusive Rechenbeispielen und Tipps zur Optimierung.

Viele Eltern wollen während der Elternzeit wieder in Teilzeit einsteigen – sei es aus finanziellen Gründen oder um beruflich am Ball zu bleiben. Doch was bedeutet das für das Gehalt, das Elterngeld und die Abgaben? Wir erklären, was du wissen musst, wenn du Teilzeit in Elternzeit arbeitest.

Darf man in Elternzeit Teilzeit arbeiten?

Ja! Laut § 15 Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) darfst du während der Elternzeit bis zu 32 Stunden pro Woche (seit 2021) arbeiten – vorher waren es 30 Stunden.

Voraussetzungen:

  • Zustimmung des Arbeitgebers (bei interner Teilzeit)
  • Schriftlicher Antrag mind. 7 Wochen vor Beginn
  • Mindestdauer: 2 Monate mit gleichbleibender Wochenstundenzahl

Teilzeit & Elterngeld – wie hängt das zusammen?

Wenn du Elterngeld bekommst, wird dein Teilzeitgehalt auf das Elterngeld angerechnet. Dabei wird das Einkommen vor und nach der Geburt des KIndes verglichen. Du bekommst bis zu 67  % des wegfallenden Einkommens, gedeckelt auf 1.800 €.

Beispiel:

  • Vorher: 3.000 € brutto
  • Teilzeit in Elternzeit: 1.200 €
  • Differenz: 1.800 € → Elterngeld: 67 % von 1.800 € = ca. 1.206 €

Wichtig: Du bekommst also nicht Elterngeld + volles Teilzeitgehalt, sondern das Elterngeld verringert sich entsprechend.

Was bleibt netto vom Teilzeitgehalt?

Das Teilzeitgehalt wird normal versteuert. Aufgrund der Steuerprogression bleibt bei kleinen Teilzeitgehältern oft mehr Netto vom Brutto als man denkt – dennoch lohnt sich ein Blick auf:

  • Steuerklasse (z. B. III oder V bei Ehepartnern)
  • Kinderfreibeträge
  • Krankenkassenbeiträge (bei längerer Teilzeit)

Beispielrechnung: Netto trotz Teilzeit & Elterngeld

EinkommenBetrag
Teilzeitgehalt1.200 €
Elterngeld (dynamisch)1.206 €
Gesamteinkommen2.406 €

Achtung: Elterngeld ist steuerfrei, erhöht aber den Progressionsvorbehalt – es kann zu Nachzahlungen bei der Steuer kommen!

Für wen lohnt sich Teilzeit in Elternzeit?

Teilzeit in Elternzeit lohnt sich besonders für:

  • Alleinerziehende mit ElterngeldPlus (flexibler und länger möglich)
  • Eltern, die sanft wieder einsteigen möchten
  • Familien mit hohen Fixkosten

Es ist nicht optimal, wenn du ohnehin den maximalen Elterngeldbetrag bekommst und durch Teilzeit kaum mehr Netto übrig bleibt.

Fazit: Teilzeit in Elternzeit gut planen

Teilzeitarbeit in Elternzeit ist erlaubt – aber auch steuerlich und finanziell komplex. Wichtig ist, dass du dein Brutto, Elterngeld und mögliche Steuerfolgen realistisch kalkulierst. Mit dem richtigen Timing und Modell kannst du Einkommen und Familienzeit optimal kombinieren.

Du bist auf der Suche nach dem passenden Job oder möchtest mehr zur Karriere in der Steuerbranche wissen? Dann schau doch gerne in unsere Jobbörse oder in unseren Karriere-Guide. 

Auch interessant

kleiner Roboter mit Lupe auf dem Tisch

Vom Chatbot zum digitalen Teammitglied

Künstliche Intelligenz gehört längst zum Alltag in vielen Steuerkanzleien. Doch während Chatbots vor allem auf einzelne Fragen reagieren, können KI-Agenten künftig deutlich mehr leisten: Sie verbinden Informationen, bearbeiten wiederkehrende Aufgaben entlang fester Regeln und unterstützen ganze Prozessketten.

Mehr lesen
Steuerkarriere:  Auch die Juristerei führt zum Ziel

Steuerkarriere: Auch die Juristerei führt zum Ziel

Wer im Steuerfach Karriere machen möchte, hat dazu verschiedene Einstiegsmöglichkeiten. Nicht nur die klassischen Wege über Betriebswirtschaftsstudium oder langjährige Berufspraxis stehen offen, sondern auch die Rechtswissenschaften können eine interessante Alternative bieten.

Mehr lesen
Karriere ohne Kanzleiwechsel: Wie du dich in deiner Steuerkanzlei weiterentwickelst

Karriere ohne Kanzleiwechsel: Wie du dich in deiner Steuerkanzlei weiterentwickelst

Viele glauben, dass der nächste Karriereschritt mit einem neuen Arbeitgeber verbunden ist. Das stimmt allerdings nur bedingt. Gerade Kanzleien bieten häufig deutlich mehr Entwicklungsmöglichkeiten, als auf den ersten Blick sichtbar ist. Wer langfristig in einer Kanzlei bleibt, kann sich dort Schritt für Schritt eine starke Position aufbauen.

Mehr lesen
Die größten Fehler im ersten Jahr in der Steuerberatung und wie du sie vermeidest

Die größten Fehler im ersten Jahr in der Steuerberatung und wie du sie vermeidest

Der Einstieg in die Steuerberatung ist für viele ein echter Reality-Check. Nach Ausbildung oder Studium beginnt ein Job, der fachlich anspruchsvoll ist und gleichzeitig ein hohes Maß an Genauigkeit verlangt. Viele starten motiviert, strukturiert und mit dem Anspruch, alles richtig zu machen. Und genau darin liegt oft das erste Problem.

Mehr lesen
Bücher und Checklisten zum Lernen

Wie die Reform der Steuerberaterprüfung deinen Weg in den Beruf erleichtern könnte

Das BMF hat einen Referentenentwurf vorgelegt, der die Steuerberaterprüfung attraktiver und organisatorisch flexibler machen soll. Im Fokus stehen ein breiterer Hochschulzugang, unbegrenzte Wiederholungsversuche und neue Möglichkeiten für länderübergreifende Prüfungsorganisationen – ohne die fachlichen Anforderungen der Prüfung abzusenken.

Mehr lesen