Die Steuerberaterprüfung soll modularer, digitaler und zugänglicher werden – bei unverändert hohem Niveau. BStBK-Präsident Prof. Dr. Hartmut Schwab erklärt in einem Video, was sich konkret ändert, wie der aktuelle Diskussionsstand aussieht und warum die Reform die Prüfung für den Nachwuchs planbarer macht.
Der Beitrag gibt einen kompakten Überblick über die geplanten Bausteine, den Zeitplan und die nächsten Schritte – und ordnet ein, was das für junge Steuerfachkräfte bedeutet. Das Video findest du hier: Zum Video der Bundessteuerberaterkammer.
Die Steuerberaterprüfung gilt als eine der härtesten Berufsprüfungen in Deutschland – fachlich zurecht, organisatorisch aber mit Reformbedarf. Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) und die Bundessteuerberaterkammer (BStBK) wollen die Prüfung modernisieren, ohne das Anforderungsniveau zu senken.
Im Mittelpunkt stehen:
Für junge Steuerfachkräfte und angehende Steuerberater bedeutet das: Die Inhalte bleiben anspruchsvoll, der Weg dorthin soll fairer und besser planbar werden.
Bislang gilt: Drei schriftliche Klausuren, geballt in wenigen Tagen – wer strauchelt, riskiert gleich das Gesamtpaket. Künftig soll dieses Modell aufgebrochen werden.
Die Kernideen:
Für dich heißt das: Du kannst Lernphasen und Berufstätigkeit besser kombinieren und dich gezielter auf einzelne Schwerpunkte vorbereiten.
Ein besonders praxisrelevanter Punkt: bestandene Klausuren sollen „stehen bleiben“. Wer in einem Fach die Hürde schafft, soll diese Leistung in künftigen Durchgängen nicht noch einmal erbringen müssen.
Die Folge:
Damit wird die Prüfung für berufstätige Kandidaten realistischer – gerade für diejenigen, die Vollzeit in Kanzlei oder Unternehmen arbeiten.
Die Reform setzt klar auf digitale Prüfungsformate. Perspektivisch sollen schriftliche Klausuren elektronisch geschrieben werden – bundesweit und standardisiert.
Das bringt Vorteile:
Für dich als Kandidat bedeutet das: Du musst Prüfungswissen und Tippgeschwindigkeit kombinieren, aber du arbeitest in einem Umfeld, das eher dem Kanzleialltag gleicht als einem Papier-Examen aus dem letzten Jahrhundert.
Ein wichtiges Signal von Prof. Schwab: Die Steuerberaterprüfung bleibt Staatsprüfung. Die Reform ist ausdrücklich keine „Verschulung“ oder Absenkung des Niveaus, sondern eine organisatorische Modernisierung.
Das ist entscheidend für:
Kurz: Es wird moderner, aber nicht leichter – nur fairer und zeitgemäßer.
Der Präsident der BStBK zeichnet im Video drei Linien nach: Reformziele, konkrete Bausteine und Bedeutung für den Berufsnachwuchs.
Prof. Schwab macht deutlich: Die BStBK hat beim BMF intensiv für Änderungen geworben. Im Zentrum stehen aus seiner Sicht:
Er betont, dass der Beruf angesichts des Fachkräftemangels offen bleiben muss, aber nicht durch eine Absenkung des Anspruchsniveaus, sondern durch intelligentere Prüfungsstrukturen.
Im Video skizziert er unter anderem folgende Punkte (teils bereits im politischen Diskurs, teils noch in der Abstimmung):
Die Botschaft: Wer Engagement zeigt, soll mehr als bisher die Chance haben, sich Schritt für Schritt zur Bestellung als Steuerberater vorzuarbeiten.
Die Reform ist politisch gewollt, aber noch im Prozess. Klar ist: Solche Änderungen laufen über Gesetzgebung, Verordnungen und anschließend Anpassungen der Prüfungsorganisation.
Typischer Ablauf:
Was heißt das für dich?
Konkrete Stichtage und Übergangsregelungen hängen vom weiteren politischen Verfahren ab, sie stehen noch nicht final fest und sollten aus offizieller Kommunikation (BMF/BStBK) verfolgt werden.
Die Reform kann für junge Talente vieles erleichtern:
Wer sich früh informiert und seine Planung darauf ausrichtet, kann hiervon profitieren, ohne auf das Renommee der Qualifikation zu verzichten.
Die nächsten Schritte liegen bei Politik und Selbstverwaltung.BMF und BStBK werden die Entwürfe weiter konkretisieren, Stellungnahmen einholen und Details nachschärfen – etwa zu Übergangsregelungen, digitaler Infrastruktur und konkreten Prüfungsformaten.
Für dich heißt das:
TaxTalents kann hier zur Plattform werden, auf der Erfahrungen aus der Praxis gesammelt, Fragen gestellt und Lernstrategien geteilt werden. Gerade in einer Übergangsphase ist dieser Austausch Gold wert.
Die Reform der Steuerberaterprüfung ist kein Kuschelkurs, sondern eine überfällige Modernisierung eines extrem anspruchsvollen Examens. Sie verspricht mehr Flexibilität, Modularität und Digitalisierung bei unverändert hohem Niveau und klarem Staatsprüfungscharakter.
Für dich als junge Steuerfachkraft oder angehenden Steuerberater bedeutet das:
Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, deine Ziele zu schärfen, deinen Weg zur Steuerberaterprüfung zu strukturieren und die Reform aufmerksam – aber gelassen – zu begleiten.

Der Einstieg in die Steuerberatung ist für viele ein echter Reality-Check. Nach Ausbildung oder Studium beginnt ein Job, der fachlich anspruchsvoll ist und gleichzeitig ein hohes Maß an Genauigkeit verlangt. Viele starten motiviert, strukturiert und mit dem Anspruch, alles richtig zu machen. Und genau darin liegt oft das erste Problem.
Mehr lesen
Seit Wochen berät sich die Bundesregierung hinsichtlich einer Erhöhung der Mehrwertsteuer. Diese könnte von 19 auf 21 Prozent gehen. Aber welche Auswirkungen hätte dies auf die Steuerbranche? Eine Mehrwertsteuer-Erhöhung ist nicht nur eine Satzänderung: Sie wird zum Stresstest für Organisation, Kommunikation und Mandantenbeziehungen in der Kanzlei.
Mehr lesen
Irgendwann stellt sich fast jeder in der Steuerbranche diese Frage: Soll ich bleiben oder ist es Zeit, zu gehen? Meist kommt sie nicht plötzlich, sondern schleicht sich an. Aber wie soll man erkennen, ob es der richtige Schritt ist?
Mehr lesen
Die Diskussion über „junge Generationen im Job“ ist oft von Klischees geprägt: zu anspruchsvoll, zu ungeduldig, zu wenig belastbar. Wer jedoch genauer hinschaut, erkennt schnell: Nicht die Generation ist das Problem – sondern ein Führungsverständnis, das nicht mehr zur heutigen Arbeitsrealität passt.
Mehr lesen
Teilzeit wird ein immer beliebteres Arbeitsmodell, vor allem in gutbezahlten Berufen. Dazu zählen auch die meisten Jobs in der Steuerbranche - aber ist Teilzeit eigentlich ein Karriere-Killer oder ein Modell der Zukunft?
Mehr lesen