Mit digitaler Mandantenkommunikationen einen Vorsprung erarbeiten

Rechtzeitig den Absprung vom Papierkram schaffen
Mit digitaler Mandantenkommunikationen einen Vorsprung erarbeiten

Es wird immer schwieriger, sich in der Steuerbranche von der Konkurrenz abzusetzen. Kleine Lücken bieten sich jedoch immer noch – eine Möglichkeit: die Umstellung auf digitale Kommunikation mit den Mandant:innen. Jetzt schon essenziell und in Zukunft nicht mehr wegzudenken.

Dabei wird vor allem nach mehr Effizienz, Transparenz und einem schnelleren Informationsfluss gestrebt. Gleichzeitig wird Papieraufwand reduziert und ein Terminchaos leichter verhindert. Doch damit sind die Vorzüge bei weitem noch nicht abgehakt.

1. Weitere Vorteile:

  • Zeitersparnis: Mandant:innen müssen ihre Unterlagen nicht mehr physisch abgeben, Steuerberater:innen können Daten direkt, schneller und flexibler einsehen.
  • Fehlerreduktion: Automatisierte Dokumentenprüfung und ein strukturierter Upload verringern falsche oder unvollständige Unterlagen.
  • Mehr Transparenz für Mandant:innen: Sie können zu jeder Zeit den Status ihrer Aufträge einsehen und ersparen sich etwa einen Anruf.
  • Bessere Mandant:innen-Bindung: Digitale Tools erhöhen die Zufriedenheit, besonders bei jüngeren oder digital-affinen Mandant:innen.
  • Compliance & Sicherheit: Moderne Systeme bieten verschlüsselte Übertragung, revisionssichere Ablage und DSGVO-konforme Kommunikation.

2. Aktuelle Trends

Um das Ganze umzusetzen, haben sich schon einige Trends festgesetzt. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Portale / Cloud-Lösungen: Plattformen wie DATEV Unternehmen online, Addison OneClick oder Smartsteuer-Mandantenportale haben sich etabliert. Mandant:innen laden beispielsweise Belege hoch, Berater:innen können sich diese anschauen und kommentieren.
  • Videoberatung: Gerade durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Kontaktbeschränkungen setzten sich Videotelefonate/Videokonferenzen im privaten wie auch im Berufsalltag durch. Auch hier kann ein zum Beispiel ein Erstgespräch online stattfinden und erst das zweite oder weitere Gespräche vor Ort.
  • Mobile Apps: Mandant:innen können Belege fotografieren, hochladen, Fragen stellen oder Nachrichten empfangen. Damit gehen im Idealfall auch automatisierte Benachrichtigungen einher, wo Fristen, Statusupdates oder Nachfragen automatisch per App oder E-Mail ausgelöst werden.
  • Integration von künstlicher Intelligenz: Gestützte Tools können übliche Standardfragen beantworten, Dokumente teilweise automatisch prüfen oder kategorisieren.

3. Herausforderungen

Neben vielen Vorteilen bringt so eine Thematik jedoch auch einige Herausforderungen beziehungsweise Hürden mit sich.

  • Datensicherheit & Datenschutzgrundverordnung (DSGVO): Verschlüsselung, Zugriffsrechte und Archivierung müssen gewährleistet sein.
  • Akzeptanz der Mandant:innen: Nicht alle werden sofort bereit sein, digital zu arbeiten oder ihre Unterlagen digital freizugeben. Aufklärung und das Wecken von Vertrauen sind hier essenziell.
  • Kosten & Integration: Anschaffung von Portalen, Apps oder Schnittstellen muss finanziell eingeplant werden.
  • Prozessänderung in der Kanzlei: Standardabläufe müssen digitalisiert und Mitarbeitende geschult werden.

4. Zukunftsaussichten

Es lässt sich festhalten, dass Kanzleien mittel- und langfristig nicht mehr um die vollständige Digitalisierung herumkommen. Gerade daher ist es wichtig, sich damit – so lange es noch möglich ist – einen Vorteil zu verschaffen. Papierloses Arbeiten, künstliche Intelligenz und Automatisierung und ein Mandant:innen-Stamm, der einen On-Demand-Service bietet (sofortige Verfügbarkeit bei Nachfrage), werden immer mehr zum Standard.

Auch interessant

Junge Frau mit Brille spricht mit Roboter am Schreibtisch

KI im Steuerwesen (Teil 5/6): Real-Time Data Analytics

Seit Januar 2025 müssen alle Unternehmen E-Rechnungen empfangen können. Gleichzeitig digitalisiert das DAC7-Umsetzungsgesetz die Betriebsprüfung. Wie Steuerberater Echtzeit-Datenanalyse in den Kanzleialltag integrieren – von DATEV Datenprüfung bis zur digitalen Außenprüfung – und was Mandanten mit Konzernbezug wissen sollten.

Mehr lesen
Ein-Klick-Steuererklärung: ELSTER startet in die Pilotphase

Ein-Klick-Steuererklärung: ELSTER startet in die Pilotphase

Automatisiert, mobil, vorausgefüllt: „MeinELSTER+“ führt die digitale Steuererklärung in eine neue Phase – mit neuen Chancen und Aufgaben für die Praxis.

Mehr lesen
Prof. Dr. Fink im Interview: Wenn die Praxis die Theorie verständlicher macht

Prof. Dr. Fink im Interview: Wenn die Praxis die Theorie verständlicher macht

An der Hochschule RheinMain in Wiesbaden wurde gerade ein neuer dualer Studiengang für Steuerrecht akkreditiert, der im Wintersemester 2026/2027 startet. Der Studiengangsleiter für Business & Law in Accounting and Taxation, Prof. Dr. Christian Fink, erklärt, weshalb es Bedarf gab und stellt die Besonderheiten vor.

Mehr lesen
Tax Managerin schaut auf einen Vertrag

Wie wird man Tax Manager? Dein Weg in eine spannende Karriere

Der Tax Manager ist eine gefragte Fachkraft in der Steuerbranche. Erfahre, wie du Tax Manager wirst. Mit steigenden steuerlichen Anforderungen und Digitalisierung bleibt dieser Beruf auch in Zukunft unverzichtbar und bietet sichere Perspektiven.

Mehr lesen
Diversität und Inklusion in der Steuerbranche

New Work: Diversität und Inklusion im Personalwesen

Diversität und Inklusion sind keine kurzfristigen Trends, sondern zentrale Themen, die in der modernen Arbeitswelt immer mehr an Bedeutung gewinnen. In der Steuerbranche bieten D & I-Initiativen die Chance, eine innovationsfördernde, kreative und offene Kanzleikultur zu schaffen.

Mehr lesen