
Für Steuerberater, Steuerfachangestellte, Bilanzbuchhalter und Steuerfachwirte hat sich die Arbeit durch den Einsatz KI-basierter Steuererklärungssoftware wie TaxGPT, TaxBlueJ, DATEV SmartExperts und SteuerSparErklärung (Alma) grundlegend verändert. Wie diese Tools bei der täglichen Arbeit unterstützen können, zeigt dieser Beitrag.
Diese Tools unterstützen Fachkräfte dabei, Routineaufgaben effizienter zu erledigen, komplexe steuerliche Szenarien zu analysieren und Mandanten optimal zu beraten. Die Software dient nicht als Ersatz, sondern als intelligenter Assistent, der die Qualität und Geschwindigkeit der Arbeit erheblich steigert.
KI-gestützte Steuerprogramme übernehmen die zeitaufwendige Aufgabe der Datenerfassung und -prüfung. Sie extrahieren relevante Informationen aus Belegen, Lohnsteuerbescheinigungen oder Kontoauszügen und prüfen diese auf Plausibilität.
Praxisbeispiel: Eine mittelständische Steuerkanzlei nutzt TaxGPT, um Eingangsrechnungen eines Mandanten automatisch einzulesen. Die Software erkennt steuerlich relevante Daten wie Umsatzsteuerbeträge oder Rechnungsnummern und schlägt vor, diese direkt in die Buchhaltung zu übertragen. Fehler wie doppelte Erfassungen werden automatisch erkannt.
Programme wie TaxBlueJ oder DATEV SmartExperts ermöglichen es, verschiedene steuerliche Szenarien zu simulieren, z. B. die optimale Veranlagung für Mandanten oder die Auswirkungen von Investitionen auf die Steuerlast eines Unternehmens.
Praxisbeispiel: Ein Steuerberater verwendet TaxBlueJ, um für einen Mandanten mit mehreren GmbHs eine Simulation der Verlustverrechnung durchzuführen. Die Software zeigt sofort die steuerlichen Auswirkungen verschiedener Optionen auf, wodurch der Berater eine fundierte Empfehlung geben kann.
KI-Systeme bieten Zugriff auf umfangreiche Datenbanken und Gesetzestexte, um Fachkräfte bei der Bearbeitung komplexer steuerlicher Fragen zu unterstützen. Mithilfe von Natural Language Processing (NLP) können sie auch spezifische Anfragen verstehen und passende Lösungen vorschlagen.
Praxisbeispiel: Ein Bilanzbuchhalter fragt DATEV SmartExperts: „Wie wird ein Firmenwagen mit privater Nutzung bei einem Geschäftsführer korrekt versteuert?“ Die Software liefert nicht nur eine präzise Antwort, sondern verweist auch auf relevante Gesetzestexte und Urteile zur Untermauerung der Empfehlung.
KI-basierte Tools können Berichte, Memos oder Stellungnahmen automatisch erstellen und formatieren – eine enorme Zeitersparnis für Steuerberater und Fachkräfte.
Praxisbeispiel: Eine Kanzlei nutzt TaxGPT zur Erstellung eines Berichts über die steuerlichen Auswirkungen einer geplanten Betriebsaufspaltung für einen Mandanten. Die Software generiert innerhalb weniger Minuten ein detailliertes Dokument mit Handlungsempfehlungen, das vom Berater final geprüft wird.
Viele KI-Steuerlösungen lassen sich nahtlos in bestehende Buchhaltungs- und Kanzleisoftware integrieren (z. B. DATEV oder SAP). Dadurch wird der Workflow optimiert, da Daten automatisch synchronisiert werden können.
Praxisbeispiel: Ein Steuerfachangestellter importiert mithilfe von Alma alle relevanten Buchhaltungsdaten eines Mandanten aus SAP direkt in die DATEV-Umgebung. Die Software erkennt automatisch fehlende Belege und weist auf potenzielle Risiken hin.
Fallstudie 1: Automatisierte Verlustverrechnung mit TaxBlueJ
Ein Steuerberater betreut einen Mandanten mit mehreren Unternehmen im Konzernverbund. Mithilfe von TaxBlueJ simuliert er verschiedene Szenarien zur Verlustverrechnung zwischen den Gesellschaften und identifiziert die steuerlich günstigste Option innerhalb weniger Minuten – ein Prozess, der manuell Stunden gedauert hätte.
Fallstudie 2: Effiziente Prüfung von Reisekostenabrechnungen mit DATEV SmartExperts
Eine Kanzlei nutzt DATEV SmartExperts zur Prüfung von Reisekostenabrechnungen eines mittelständischen Unternehmens mit über 100 Mitarbeitern. Die Software erkennt automatisch fehlerhafte Angaben (z. B. unplausible Kilometerangaben) und schlägt Korrekturen vor.
Fallstudie 3: Erstellung eines steuerlichen Gutachtens mit TaxGPT
Ein Bilanzbuchhalter erstellt mithilfe von TaxGPT ein Gutachten zur steuerlichen Behandlung einer geplanten Investition in Kryptowährungen für einen Mandanten aus dem Technologie-Sektor. Die Software liefert innerhalb kurzer Zeit eine umfassende Analyse inklusive Verweisen auf aktuelle Gesetzesänderungen.

Die Steuerbranche verändert sich: Digitalisierung, neue Gesetze und steigende Erwartungen der Mandanten sorgen dafür, dass Fachwissen allein nicht mehr reicht. Wer Steuerberater werden und eine erfolgreiche Kanzlei führen will, muss über den Tellerrand schauen und Fortbildung als echtes Karriere-Tool nutzen.
Mehr lesen
Wer in der Steuerbranche mit der Zeit gehen will, der kommt neben vielen anderen Themen auch nicht an der interdisziplinären Zusammenarbeit mit anderen Branchen vorbei – das betrifft vor allem die Arbeit mit Jurist:innen.
Mehr lesen
Wie nach jeder Abschlussprüfung in vielen Berufen stehen auch angehende Steuerfachangestellte vor der Frage: was jetzt? Wir schauen uns alle Möglichkeiten an und haben einige Empfehlungen für dich an Bord, damit du den nächsten Karriereschritt gut und bedacht wählen kannst.
Mehr lesen
Es gibt zahlreiche Gründe, warum Menschen sich für Teilzeitarbeit entscheiden. Häufig steht dabei die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Vordergrund. In Deutschland waren im Jahr 2024 rund 17 Millionen Personen in Teilzeit beschäftigt, was fast 40 Prozent aller Erwerbstätigen entspricht.
Mehr lesen
»Remote Leadership» heißt die neue Herausforderung in diesen Zeiten. Flexibles Arbeiten macht Einiges möglich, stellt aber speziell die Führungskräfte auch vor neue Herausforderungen. Insbesondere wer selbst neu an der Spitze eines Teams in einer Kanzlei steht, sollte beim Leadership aus der Ferne Einiges beachten.
Mehr lesen