
Nicht umsonst gilt die Steuerberaterprüfung als eine der schwierigsten in Deutschland. Die Durchfallquote liegt weiterhin bei rund 50 Prozent. Es mag schon etwas absurd klingen, dass eine Künstliche Intelligenz diese gemeistert hat – doch genau das ist nun passiert. Aber wie?
Fangen wir am Anfang an: Im Jahr 2018 gründen 4 Mitarbeitende der RWTH (Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule) Aachen Taxy.io eine künstliche intelligente Software, die sich der Automatisierung der B2B-Steuerberatung widmet.
Das Ziel von taxy.io? ,,Wir möchten Unternehmen dabei helfen, aus dem Paragraphendschungel, den die deutsche Rechtslandschaft darstellt, herauszukommen und Fairness über die Steuerberatungslandschaft hinweg zu erreichen", erklären die Gründer.
Taxy.io meldet einen Meilenstein: Die hauseigene KI „Answers“ bestand die drei schriftlichen Klausuren der Steuerberaterprüfung – von Ertragsteuer bis AO – im Simulationsaufbau, mit den Hilfsmitteln des Hilfsmittelerlasses 2021. Die Aufgaben wurden im Originalwortlaut eingespielt, die Bewertung folgte offiziellen Lösungshinweisen; menschliche Hilfe bei der Bearbeitung gab es nicht. Taxy.io will die Ergebnisse nun detailliert veröffentlichen und macht die Methode nachvollziehbar, inklusive Architekturhinweisen zur Agentic-RAG-Vorgehensweise.
Das ist kein amtliches Prüfungsergebnis, sondern eine unternehmensseitig dokumentierte Replikation unter realitätsnahen Bedingungen. Heißt: spannend, aber nicht hochoffiziell – bis unabhängige Replikationen und Kammer-Statements vorliegen. Für die Praxis zählt der Trend: KI löst komplexe Aufgaben zunehmend strukturiert; das verändert Arbeitsteilung, Preise und Profile – vor allem bei Standardprozessen.
Taxy.io skizziert eine agentenbasierte Architektur: planen, herleiten, prüfen – wie Profis, nur skaliert. Das klingt mächtig, bleibt aber ein Werkzeug: Es trägt keine Haftung, kennt keine Mandantenpsychologie und ersetzt keine Erfahrung. Wer es klug koppelt – Quelle, Argument, Ergebnis – liefert schneller tragfähige Entwürfe.
Das Bestehen der Steuerberaterprüfung ist als technischer Meilenstein anzusehen und beschleunigt die Debatte über die KI-Nutzung in der Steuerberatung um ein Vielfaches. Allerdings hat dies nicht automatisch ein menschliches Ersetzen in der Steuerberatung zur Folge, denn die KI kann trotzdem fehlerbehaftet sein. Gerade in der Steuerwelt, wo sich die Gesetze häufig ändern.
Die wichtigsten Folgen sind daher recht klar: Effizienzgewinne sind vorhanden, schnelleres Arbeiten ist auch möglich. Ebenso entstehen veränderte Rollen und neue Marktangebote – alles jedoch stets begleitet von Fragen der Haftung, Datenschutz, berufsrechtlicher Zuverlässigkeit und Qualitätssicherung. Entscheidend werden transparente Systeme, menschliche Endkontrolle und klare regulatorische Leitplanken sein.

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