
Der Fachkräftemangel dominiert auch die Steuerbranche. Die jüngere Generation, die sogenannte Gen Z, beschäftigt sich zunehmend mit anderen Berufsfeldern während die ,,Babyboomer“ (die Jahrgänge zwischen 1946 und 1964) sich mehr und mehr auf Kurs Rente befinden. Doch was erwartet Gen Z eigentlich von der Branche?
Die Generation Z umfasst die Jahrgänge 1997 bis 2012. Sie ist technologieaffin, werteorientiert, selbstreflektiert und wählt Arbeitgeber anspruchsvoll aus. Viele Ältere halten sie für faul und arbeitsunwillig. Wir räumen mit diesem Vorurteil auf und zeigen, was die Gen Z wirklich antreibt.
Während früher die Mitarbeiter noch auf das Erklimmen der Karriereleiter Wert gelegen haben, sind die Prioritäten heute anderweitig verteilt. Dabei stehen im Vordergrund:
Sinn und Werte: Die ausgeübte Arbeit soll positiven Impact oder persönliche Übereinstimmung mit Werten liefern (Nachhaltigkeit, Fairness, Diversität).
Entwicklung und Lernen: schnelle sowie transparente Lernpfade, Mentoring und sichtbare Entwicklungsschritte sind wichtiger als reiner Aufstieg in der Karriereleiter.
Work-Life-Balance und Flexibilität: feste Kernzeiten und die Option zum Homeoffice werden in der Gen Z als sehr wichtig gesehen.
Feedback und Orientierung: Wunsch nach häufiger und konkreter Rückmeldung (projektnah, präzise, im 1:1-Gespräch und konstruktiv) sind ebenfalls essenziell.
Um dem Fachkräftemangel entgegenzutreten und junge, neue Talente erfolgreich in die Kanzlei zu integrieren, stehen einige Möglichkeiten bereit.
Onboarding-Learning-Plan: in den ersten drei Monaten in der Kanzlei soll ein klarer Lernpfad mit Checkpoints erstellt werden. Dieser kann zum Beispiel die Themen Mandant:innen-Kommunikation oder eine gute Arbeitstechnik beinhalten.
Lernbudget: neuen Talenten kann – wie auch anderen Mitarbeitenden – ein gewisses Lernbudget zur Verfügung gestellt werden, das das Talent frei wählbar für Fortbildungen oder Ähnliches nutzen kann.
Klare Karrierepfade: in einem Schrittplan kann dem neuen Mitarbeitenden ein klarer Karrierepfad in der Kanzlei dargelegt werden, der zum Beispiel an gewisse Ziele oder Arbeitsjahre in der Kanzlei gekoppelt sein kann.
Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint, die Steuerbranche bietet durchaus ein attraktives Arbeitsumfeld. Das hat viererlei Gründe.
Sicherheit und Stabilität: die Generation ist in vorsichtigen beziehungsweise finanziell schwierigen Situationen aufgewachsen. Dazu gehört unter anderem die Finanzkrise oder zuletzt die Corona-Pandemie. Hier kann die Steuerbranche dadurch punkten, dass die Jobs gesichert und stabil sind – unabhängig von der wirtschaftlichen Lage im Land.
Sinn und Impact: die Arbeit muss Sinn und Zweck haben, im Idealfall sogar positive Auswirkungen. Hier gibt es gleich mehrere Chancen:
Finanzielle Sicherheit: Gen Z gilt auch als pragmatisch. Durch die Job-Stabilität ist die finanzielle Sicherheit ebenfalls gewährleistet. Ein weiterer positiver Aspekt also.
Auf den ersten Blick scheint die Generation Z aus verschiedenen Gründen nicht für die Steuerbranche geeignet. Doch ein genauerer Blick zeigt: Gemeinsam mit erfahrenen Kollegen lässt sich der Fachkräftemangel durch eine attraktive Darstellung der Branche konkret bekämpfen. Das schafft eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

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