Was bleibt vom Teilzeitgehalt übrig? Netto-Vergleich mit Vollzeit

Lohnt es sich, in Teilzeit zu gehen?
Was bleibt vom Teilzeitgehalt übrig? Netto-Vergleich mit Vollzeit

Teilzeit klingt attraktiv – aber lohnt es sich auch finanziell? Wir zeigen dir, wie viel Netto dir bei Teilzeit wirklich bleibt, wie sich Steuern und Abgaben verändern und warum du beim Gehaltsvergleich nicht nur auf das Brutto schauen solltest. Plus: Rechenbeispiele und Tipps für deine Entscheidung.

Teilzeitmodelle bieten Flexibilität, eine bessere Work-Life-Balance – und oft auch finanzielle Fragen. Viele Berufstätige fragen sich: Lohnt sich Teilzeit überhaupt? Wie viel bleibt netto vom Gehalt übrig – im Vergleich zur Vollzeit? In diesem Artikel zeigen wir, wie Teilzeit sich auf dein Nettogehalt auswirkt, worauf du achten solltest und welche Rechenbeispiele dir bei der Entscheidung helfen können.

Teilzeit versus Vollzeit: Der Unterschied kurz erklärt

Vollzeitbeschäftigung liegt in Deutschland in der Regel bei 35–40 Stunden pro Woche, während Teilzeit jede vertraglich vereinbarte Arbeitszeit darunter umfasst – oft zwischen 15 und 30 Stunden.

Wichtig: Teilzeit heißt nicht automatisch „die Hälfte des Gehalts“. Je nach Steuerklasse, Sozialabgaben und individuellen Freibeträgen kann sich das Netto prozentual sogar besser entwickeln als das Brutto vermuten lässt.

Nettovergleich: Wie wirkt sich Teilzeit auf dein Gehalt aus?

In der Tabelle haben wir eine beispielhafte Rechnung vorgenommen.

ModellBruttogehalt/MonatNetto/Monat (ca.)Netto % vom Brutto
Vollzeit (40h)3.500 €2.300 €65,7 %
Teilzeit (25h)2.200 €1.600 €72,7 %
Teilzeit (20h)1.800 €1.370 €76,1 %

💡Ihr könnt natürlich auch ganz leicht selbst nachrechnen, wie euer Netto-Prozentsatz vom Brutto aussieht. Verwendet dazu einfach folgende Formel:

  • Netto geteilt durch Brutto Mal 100 oder mathematisch dargestellt: Netto:Brutto x 100

Lohnt sich Teilzeit finanziell?

Das hängt stark von deiner individuellen Lebenssituation ab. Hier einige Einflussfaktoren:

  • Steuerklasse: In Steuerklasse V (z. B. bei Ehepaaren) bleibt in Teilzeit oft deutlich weniger netto übrig als in Steuerklasse I oder III.
  • Kinderfreibeträge & Elterngeld: Teilzeit kann sich lohnen, wenn man durch Freibeträge oder ergänzende Leistungen profitiert.
  • Nebeneinkünfte oder Zuschüsse: Manche Teilzeitkräfte verdienen z. B. durch Selbstständigkeit oder Minijobs hinzu – steuerlich interessant!

Was du beim Teilzeitgehalt beachten solltest

  1. Sozialabgaben bleiben anteilig gleich – also weniger „Skalierungsvorteil“ als bei Steuern.
  2. Rentenansprüche können sinken, wenn du dauerhaft deutlich weniger einzahlst.
  3. Urlaubs- und Weihnachtsgeld werden oft anteilig gekürzt.
  4. Tarifverträge können spezielle Regelungen für Teilzeit vorsehen – unbedingt prüfen!

Fazit: Teilzeit kann sich lohnen – aber genau hinschauen!

Teilzeit heißt nicht automatisch „die Hälfte vom Netto“. Dank Steuerprogression kann der prozentuale Nettobetrag in Teilzeit attraktiver ausfallen – doch gleichzeitig sinken Rentenansprüche und Sonderzahlungen. Wer langfristig denkt und seinen Lebensstil anpasst, kann mit Teilzeit finanziell und persönlich profitieren.

Du würdest gerne zukünftig irgendwann in Teilzeit gehen, aber das ist in deinem aktuellen Job nicht möglich? Schau doch mal in unserer Jobbörse vorbei, vielleicht findest du dort ja die passende Stelle.

Auch interessant

Zwei Frauen in Businesskleidung unterhalten sich lächelnd in einem modernen Bürogebäude.

Softskills in der Steuerbranche: Was wirklich zählt

Mit den richtigen Softskills bist Du nicht nur ein kompetenter Steuerprofi, sondern auch ein wertvoller Partner für Mandanten und Kollegen – und sicherst Dir so langfristig Deinen Erfolg in der Branche. Aber welche Softskills sind wirklich nützlich?

Mehr lesen
Ein Clown in Business-Anzug mit geschminktem Gesicht und großer rot-weiß-blauer Schleife posiert lächelnd in einem Büro mit Regalen im Hintergrund.

Karneval im Büro: Gibt es Narrenfreiheit in der Steuerkanzlei?

Helau! Alaaf! Bunte Kostüme, ausgelassene Stimmung und ein Glas Sekt um zehn Uhr morgens – Karneval sorgt auch im Büro für gute Laune. Doch was sagt das Arbeitsrecht dazu? In diesem Beitrag klären wir, welche Regeln am Arbeitsplatz gelten und wie ihr Karneval feiern könnt, ohne ins Fettnäpfchen zu treten.

Mehr lesen
Steuerkarriere:  Auch die Juristerei führt zum Ziel

Steuerkarriere: Auch die Juristerei führt zum Ziel

Wer im Steuerfach Karriere machen möchte, hat dazu verschiedene Einstiegsmöglichkeiten. Nicht nur die klassischen Wege über Betriebswirtschaftsstudium oder langjährige Berufspraxis stehen offen, sondern auch die Rechtswissenschaften können eine interessante Alternative bieten.

Mehr lesen
Auch 2026: Fachkräftemangel in der Steuerberatung

Auch 2026: Fachkräftemangel in der Steuerberatung

Der Fachkräftemangel ist ein zentrales Problem in der Steuerbranche. Die Baby-Boomer (Jahrgänge 1955–1964) gehen vermehrt in Rente und der Nachwuchs bleibt häufig aus diversen Gründen aus. Die Ursachen sind tiefgehend und bleiben auch 2026 erhalten. Wir werfen einen Blick auf die Problematik.

Mehr lesen
Future Skills in der Steuerbranche

Future Skills in der Steuerbranche: So meisterst du die Herausforderungen von morgen

In der sich schnell wandelnden Welt der Steuerberatung kann technologische Kompetenz den entscheidenden Unterschied machen. Wer heute schon die Future Skills von morgen beherrscht, ist bestens gerüstet. In diesem Artikel erfährst du, welche Fähigkeiten in Zukunft besonders gefragt sind.

Mehr lesen